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Was sind ETFs? So sparen Sie mit börsengehandelten Fonds!

Stand: 09.09.2020

Inhaltsverzeichnis

  1. Was sind ETFs?
  2. Warum sind ETFs so unbekannt?
  3. Welche Kosten haben ETFs?
  4. Wie sicher sind ETFs?
  5. Was für ETFs gibt es?
  6. Wer bietet ETF Fonds an?
  7. Wo kauft man am besten ETFs?

1. Was sind ETFs?

Ein ETF (engl. Exchange Traded Fund) oder ETF Indexfonds ist ein börsengehandelter Fonds, der die Zusammensetzung und Entwicklung eines Wertpapierindexes nachbildet. Der ATX (Austrian Traded Index) und der DAX (Deutscher Aktienindex) sind die bekanntesten Aktienindizes in Österreich und Deutschland. Ihre ETFs enthalten die größten börsennotierten Unternehmen in Österreich und Deutschland unabhängig von ihrer Branche.

Neben Aktien können ETFs auch aus weiteren Anlageklassen wie z.B. Anleihen, Immobilien oder Rohstoffen bestehen. Mit ETFs aus verschiedenen Anlageklassen können Sparer ihr Investment in Branchen und Regionen auf der ganzen Welt streuen und zeitgleich ihr Anlagerisiko reduzieren (Diversifikation). Zusätzlich sind ETF Fonds bei der Insolvenz einer Bank oder eines Online-Brokers besonders geschützt, durch ihren rechtlichen Status als Sondervermögen.

Die langfristige Geldanlage (engl. buy & hold) mit Indexfonds wird auch als passives Investieren bezeichnet. Durch die Kopplung an einen Index benötigen ETFs kein teures Fondsmanagement, das bei klassischen Investmentfonds versucht, die Rendite des Vergleichsindexes durch aktives Handeln, zu übertreffen. Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass über 90 % der aktiven Händler ein geringeres Endkapital erzielen, als passive Investoren die langfristig auf ETFs setzen.

Besonders einfach vorsorgen können Interessierte mit einem ETF Sparplan oder einem Robo-Advisor. Dabei muss der Sparer nicht selbst an der Börse handeln, sondern nur entscheiden, ob er regelmässig (z.B. monatlich) einen kleineren Betrag spart oder einmalig einen größeren Betrag anlegt. Alternativ können erfahrene Anleger ETFs natürlich auch jederzeit und ohne Laufzeitbegrenzung an der Börse kaufen und verkaufen.

ETF Indexfonds bieten Sparern die Möglichkeit kostengünstig, breit gestreut und einfach zu investieren. Sie eignen sich damit ideal als Bausteine für die langfristige Geldanlage und die private Altersvorsorge. Mit unserem ETF Sparplan-Rechner können Anleger sehen, warum ein ETF Sparplan gerade für junge Anleger sinnvoll ist. Sie profitieren besonders stark vom Zinseszinseffekt, weil der Sparplan noch über viele Jahre laufen kann, bis das Geld benötigt wird.

2. Warum sind ETFs so unbekannt?

Die ersten ETFs sind in den USA schon seit den 1970er Jahren auf den Markt. Zu Beginn haben besonders Großanleger wie Pensionskassen und Versicherungen Indexfonds genutzt, um ihren preisbewussten Kunden massgeschneiderte Geldanlagen anzubieten. In Europa ist der Handel mit Indexfonds schon seit dem Jahr 2000 möglich. Allerdings werden ETF Fonds auch heute fast noch immer ausschließlich im Internet beworben oder von Honorarberatern empfohlen.

Der Grund hierfür ist, dass Finanzberater und Bankberater, die eine Provision für den Verkauf klassischer Fonds erhalten, auch weiterhin kein Interesse haben ihren Kunden ETF Fonds anzubieten, weil die ETF Anbieter keine Vermittlungsgebühren zahlen. Allerdings berichten zunehmend auch immer mehr Medien über die Vorteile von Indexfonds. Inzwischen empfehlen auch Verbraucherzentralen ETFs als Alternative zu den teuren klassischen Fonds.

Obwohl provisionsorientierte Finanzberater ETF Indexfonds nicht aktiv vermarkten, ist das in Europa verwaltete Kundenvermögen (engl. Assets Under Management) von 2005 bis 2019 auf 871 Mrd. EUR angewachsen. Für Sparer sind ETFs also eine gute Gelegenheit, um langfristig Vermögen aufzubauen.

3. Welche Kosten haben ETFs?

Laut einer Langfriststudie von Mark Carhart aus dem Jahr 1997 erzielen mehr als 90 % der klassischen Fonds über einen längeren Zeitraum eine geringere Performance als ihr Vergleichsindex (Benchmark). Schuld daran sind besonders die hohen Transaktions- und Verwaltungskosten von klassischen Fonds im Gegensatz zur kostengünstigen Alternative der Indexfonds.

Vermittlungsgebühren

Einige Onlinebroker bieten den Erwerb von ETFs mittlerweile kostenlos an, während beim Kauf eines klassischen Fonds oft eine einmalige Vermittlungsgebühr (Ausgabeaufschlag) von bis zu 5 % der Investitionssumme anfällt. In selten Fällen verlangen klassische Fonds auch heute noch eine Rücknahmegebühr von bis zu 5 % wenn der Anleger seine Anteile an die Fondsgesellschaft zurückgeben möchte.

Verwaltungsgebühren

Auch bei den jährlichen Verwaltungsgebühren (Management Fee) ist der ETF den klassischen Fonds überlegen. Die klassische Konkurrenz berechnet für die Verwaltung jährlich bis zu 2,5 %. Für einen ETF liegen sie häufig nur bei maximal 0,5 %. Bei ETFs und klassischen Fonds werden diese Gebühren direkt vom Wertzuwachs des Fonds abgezogen und dem Anleger nicht separat in Rechnung gestellt.

Gewinnbeteiligungen

Für den Fall das ein klassischer Fonds in einem Jahr eine bessere Performance hat als sein Vergleichsindex (Benchmark), erheben einige dieser Fonds noch eine zusätzlich Gewinnbeteiligung von bis zu 20 %. Indexfonds verzichten auf diese Gebühren, weil sie nur das Erreichen der Marktrendite zu möglichst geringen Kosten anstreben.

Spätestens jetzt sollte klar sein, dass kaum ein klassischer Fonds diese Kosten langfristig durch eine höhere Rendite wieder reinholen kann. Ganz anders verhält es sich mit einem ETF. Durch die passive Nachbildung eines Indexes erzielt ein ETF zwar nur die Marktrendite, aber von der eigentlichen Wertentwicklung bleibt aufgrund der geringeren Kosten mehr erhalten. Dieser Umstand führt zwangsläufig zu einem höheren Endkapital für den ETF Anleger.

4. Wie sicher sind ETF Fonds?

In der Vergangenheit wurden Anleger für den Kontrollverlust an der Börse immer gut entlohnt, wenn sie zwischenzeitliche Kurseinbrüche ausgesessen haben. Wer in den vergangenen Jahrzehnten beliebige 15 Jahre in einen marktbreiten ETF wie den MSCI World investiert war, hat nie einen Verlust gemacht – unabhängig vom Einstiegszeitpunkt.

Zusätzlich erwirbt ein Sparer mit dem Kauf eines ETF Fonds einen Anteil an einem Investmentfonds. Als Unterart der Investmentsfonds sind ETFs Sondervermögen, das rechtlich besonders geschützt ist. Damit können sich die Eigentümer auf klare Regeln und Verfahren verlassen für den Fall, dass eine Fondsgesellschaft, eine Bank, ein Robo-Advisor oder ein Online-Broker Insolvenz anmeldet.

Allerdings unterliegen ETF Fonds wie alle Börseninvestments auch den unvermeidlichen Kursschwankungen. Wer sein Geld ggf. kurzfristig benötigt, sollte lieber in Tagesgeld investieren. Aufgrund des aktuellen Zinsniveaus ist ein bemerkenswerter Wertzuwachs für diese Anlageform allerdings nicht wirklich realistisch.

5. Was für ETFs gibt es?

Physischer ETF

Wenn ein Anbieter die im Index enthaltenen Wertpapiere eins zu eins nachkauft, spricht man von einem physisch replizierenden ETF. Diesen Begriff verwendet man auch, wenn in einem Indexfonds nicht alle Wertpapiere tatsächlich enthalten sind, sondern nur ein Optimiertes Sampling (engl. Optimized Sampling).

Synthetischer ETF

Statt die Wertpapiere im Index eins zu eins nachzukaufen, kann ein Anbieter sich auch von einer anderen Partei (z.B. einer Bank) die gewünschte Wertentwicklung durch einen Swap zusichern lassen. In diesem Fall spricht man von einem synthetisch replizierenden ETF.

Ausschüttender ETF

Von einem ausschüttenden Indexfonds spricht man, wenn an die Eigentümer der Fondsanteile die Dividenden der Indexunternehmen ausgeschüttet werden. Bei den meisten Anbietern erfolgt die Ausschüttung in der Regel jährlich oder quartalsweise.

Wiederanlegender ETF

Wenn der Anbieter die Dividenden automatisch wieder im Fondsvermögen anlegt, spricht man von einem wiederanlegenden oder auch thesaurierenden ETF. Durch die direkte Wiederanlage kann der Sparer ggf. von einem Steuerstundungseffekt profitieren.

6. Wer bietet ETF Fonds an?

Exchange Traded Funds werden in der Regel von Banken und speziellen Fondsgesellschaften aufgelegt. Der weltweit größte Spezialanbieter ist iShares. Das Unternehmen gehört zum US-Vermögensverwalter Blackrock und verwaltet allein in Europa über 400 Mrd. EUR (Stand: Dezember 2019).

Die Größe der Anbieter wird gemessen an ihrem verwalteten Kundenvermögen oder AUM (engl. Assets Under Management).

7. Wo kauft man am besten ETFs?

Wer günstig in ETFs investieren möchte, sollte nicht zu einer Filialbank gehen. Diese Banken verlangen für das Wertpapierdepot und den Handel Gebühren, die in der Regel deutlich zu hoch sind. Sparer sollten sich stattdessen erst überlegen welcher Anlegertyp sie sind.

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