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Xtrackers reduziert Gebühr für FTSE All World ETF deutlich

fabian taterka Fabian Taterka
Stand: 03.06.2026

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Xtrackers reduziert Gebühr für FTSE All World ETF deutlich
Bildquelle: Foto von Steven Lelham auf Unsplash

Der Xtrackers FTSE All World ETF senkt die laufenden Kosten auf 0,07 % pro Jahr und verschärft den Wettbewerb bei globalen Aktien-ETFs. Für Privatanleger kann sich der Vergleich mit anderen Welt-ETFs damit noch mehr lohnen.

Die ETF-Tochter der DWS, Xtrackers, verschärft den Preiswettbewerb bei globalen Aktien ETFs. Seit dem 1. Juni 2026 kostet der Xtrackers FTSE All World ETF (ISIN: IE000L6ZMMC4) nur noch 0,07 % pro Jahr statt bisher 0,12 %.

Für Privatanleger bedeutet das konkret, dass bei 10.000 Euro Anlagebetrag rechnerisch sieben Euro jährliche Fondskosten anfallen. Die Gebührensenkung ist höchst interessant, weil der ETF einen der bekanntesten Weltaktienindizes abbildet und damit direkt mit etablierten Produkten von Vanguard, BlackRock (iShares) und Invesco konkurriert.

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Warum die Senkung beim Xtrackers FTSE All World ETF auffällt

Der Xtrackers FTSE All World UCITS ETF bildet den FTSE All World Index ab. Darin enthalten sind rund 4.200 Aktien aus Industrie- und Schwellenländern. Der Index deckt mehr als 45 Länder ab und erfasst damit einen großen Teil der weltweit investierbaren Aktienmarktkapitalisierung.

Für Anleger, die ihr Depot mit nur einem breit gestreuten Aktien ETF aufbauen wollen, ist diese Konstruktion zentral. Anders als ein reiner MSCI World ETF enthält ein FTSE All World ETF nicht nur Industrieländer, sondern auch Schwellenländer. Dadurch sind etwa China, Indien, Taiwan oder Brasilien im Portfolio vertreten, wenn auch mit deutlich geringeren Gewichten als die großen US Aktienmärkte.

Die Gesamtkostenquote (TER), beschreibt die laufenden jährlichen Kosten eines Fonds. Sie wird dem Fondsvermögen entnommen und nicht separat vom Konto abgebucht. Je niedriger die TER, desto weniger Rendite wird durch laufende Fondskosten aufgezehrt. Über lange Anlagezeiträume können bereits wenige Basispunkte einen spürbaren Unterschied machen.

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Vanguard und Invesco geraten beim FTSE All World stärker unter Druck

Besonders deutlich wird die neue Gesamtkostenquote im direkten Vergleich mit dem Vanguard FTSE All World UCITS ETF (ISIN: IE00B3RBWM25), dem Invesco FTSE All-World UCITS ETF Dist (ISIN: IE0000QLH0G6) und dem iShares FTSE All World UCITS ETF (ISIN: IE00097WZHZ9). Diese Produkte folgen demselben Index, verlangen aber weiterhin 0,19 %, 0,15 % oder 0,12 % pro Jahr. Damit liegen die laufenden Gebühren dieser Produkte deutlich über der neuen Kostenquote des Xtrackers ETF mit 0,07 %.

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Besonders Vanguard und BlackRock haben eine starke Stellung unter den europäischen ETF-Anbietern. Vanguard gilt historisch als einer der Wegbereiter günstiger Indexfonds. Wohingegen BlackRock der größte Vermögensverwalter der Welt ist. Die Bekanntheit dieser beiden Marken dürfte für viele Anleger aber nicht mehr ausreichen, wenn ein nahezu identischer Indexzugang deutlich günstiger angeboten wird.

Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen die neue Preisrunde in den kommenden Monaten auf die Mittelzuflüssen dieser Anbieter hat.

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ETF Gebühren sinken auch bei anderen Anbietern

Die DWS befindet sich mit der neuen Gebührensenkung in guter Gesellschaft. Der europäische ETF Markt erlebt in 2026 regelmässig neue Runden im Kostenwettbewerb. In diesem Jahr sind mit BlackRock (iShares), UBS, Vanguard und Invesco bereits mehrere bekannte ETF-Anbieter in den Gebührenkampf eingestiegen.

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Im März senkte Invesco die Gebühren für seinen MSCI World ETF kräftig. Im April folgte Vanguard und reduzierte die Gebühren für 10 ETFs mit dem Schwerpunkt Anleihen. Im Mai verschärften die UBS den Gebührenwettbewerb mit einer Preisrunde bei seinen Core ETFs. BlackRock (iShares) setzte die Konkurrenz im gleichen Monat mit einem Kampfpreis für seinen neuen FTSE All-World ETF unter Druck.

Warum Welt-ETFs für Anbieter strategisch wichtig sind

Hinter den sinkenden Gebühren steht mehr als kurzfristiger Wettbewerb. ETFs profitieren stark von Skaleneffekten. Wenn das Fondsvolumen wächst, verteilen sich Fixkosten auf mehr verwaltetes Kapital. Große Anbieter können deshalb zentrale Produkte sehr günstig anbieten, um Anleger früh an ihre Plattform und ihre Produktwelt zu binden.

Breite Welt ETF eignen sich dafür besonders. Sie werden häufig als Kernbaustein für Sparpläne genutzt, etwa für Vermögensaufbau oder private Altersvorsorge. Wer monatlich investiert und über Jahrzehnte dabeibleibt, achtet zunehmend auf Kosten, Handelbarkeit und Indexqualität.

Der Trend fällt zudem in eine Phase, in der der ETF-Markt in Europa weiter wächst. Das in europäischen ETF verwaltete Vermögen liegt inzwischen im Billionenbereich. Wenn das Marktwachstum weiter anhält, z.B. durch das neue Altersvorsorgedepot in Deutschland, werden globale Standardprodukte für die großen Fondsgesellschaften noch wichtiger.

Was Anleger neben der TER prüfen sollten

Eine niedrigere Kostenquote ist ein Vorteil, aber sie ersetzt keine Produktauswahl. Anleger sollten prüfen, ob der ETF zur eigenen Strategie passt. Ein globaler Aktien ETF bleibt ein Aktieninvestment. Zwischenzeitliche Verluste von 30 % oder mehr sind möglich, insbesondere in Krisenphasen. Auch Währungsbewegungen können die Rendite aus Sicht von Euro Anlegern beeinflussen.

Wichtig ist zudem die Tracking Difference. Sie zeigt, wie stark die tatsächliche Fondsrendite vom Index abweicht. Ein ETF mit niedriger TER kann in der Praxis schlechter abschneiden als ein etwas teureres Produkt, wenn Replikation, Wertpapierleihe, Quellensteuern oder Handelskosten ungünstig wirken.

Auch die Ertragsverwendung zählt. Thesaurierende ETFs legen Dividenden automatisch wieder an. Ausschüttende ETFs zahlen Erträge regelmäßig aus. Für den langfristigen Vermögensaufbau bevorzugen viele Anleger thesaurierende Varianten, während andere Ausschüttungen zur laufenden Liquidität nutzen.

Was die neue Kostenrunde für Privatanleger bedeutet

Die Senkung beim Xtrackers FTSE All World ETF verbessert die Auswahl für Anleger, die mit einem einzigen Fonds weltweit investieren wollen. Der Preisabstand zu mehreren etablierten Wettbewerbern ist nun groß genug, um bestehende Marktanteile infrage zu stellen.

Wer bereits investiert ist, sollte mögliche Orderkosten, Spreads, Steuerfolgen und die eigene Depotstruktur berücksichtigen. Für neue Sparpläne oder den Aufbau eines einfachen Weltportfolios ist der verschärfte Wettbewerb jedoch positiv. Er erhöht den Druck auf Anbieter und senkt langfristig die Kosten für Anleger.

Der wichtigste Punkt bleibt unverändert. Gebühren sind kontrollierbar, Marktrenditen nicht. Wer breit streut, lange investiert und Kosten im Blick behält, verbessert die Ausgangslage. Eine Garantie für Rendite liefert auch der günstigste Welt ETF nicht.

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Mehr Informationen zu:
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Fabian Taterka

fabian taterkaFabian ist der Gründer von ETF.at. Seit 2019 bietet ETF.at kostenlose Informationen und Tools zum Thema "ETFs & Geldanlagen". Fabian hat über 20 Jahre Börsenerfahrung. Er setzt auf ETFs, um kostengünstig vorzusorgen und langfristig Vermögen aufzubauen.


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